KULTUREN IM PARK – Ein Fest für die Vielfalt

Liebe Freunde des Obersee-Orankesee-Parks, liebe Mitglieder,

trotz der Corona-Pandemie ist es uns gelungen, die 21. Hörstation unseres Hörrundgangs Hörenschönhausen am Sonntag gemeinsam mit Michael Grunst, Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg, zu veröffentlichen. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben:

So viel Leben vernichtet. So viel Kultur, die schweigt.

„Jüdisches Leben in Hohenschönhausen“: Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg und Förderverein Obersee Orankesee e.V. weihen Hörstation ein


Das geplante Fest „Kulturen im Park“ zum 75. Jahrestags der Befreiung und dem Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 wird nachgeholt

Am Sonntag, den 10. Mai, dem Jahrestag der Bücherverbrennung, hat der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Michael Grunst die Hörstation zum Jüdischen Leben in Hohenschönhausen an die Bürgerinnen und Bürger übergeben. Die Hörstation ist eingebettet in den Audiorundgang www.hörenschönhausen.de, der in bisher 20 Stationen Geschichte und Geschichten rund um Obersee und Orankesee vermittelt, und ist Teil des Projektes „Kulturen im Park“, das zu den Jahrestagen der Befreiung vom Faschismus und dem Gedenken an die Bücherverbrennung am 10. Mai geplant war.  Das Fest musste wegen der Corona-Pandemie leider verschoben werden. Die Hörstation wurde am Sonntag mit einer Gedenkminute am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße eröffnet.

Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. setzt ein Zeichen für ein friedliches und tolerantes Miteinander in Hohenschönhausen. Am Wochenende des Gedenkens an den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai (der in Russland am 9. Mai gefeiert wird) und an die Bücherverbrennung am 10. Mai wollte der Verein ursprünglich mit Lesungen, Musik, Vorträgen und Essen aus dem Nahen Osten zeigen, wie wichtig der Dialog, die Erinnerung, der Respekt voreinander, der vorbehaltlose Umgang miteinander und die kulturelle Vielfalt sind.

“Es ist ein wichtiges und starkes Zeichen, das hier aus der Bürgerschaft kommt”, sagt Michael Grunst, der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg. “Viele Orte und Namen in unserem Bezirk sind verbunden mit dem, was sich vor 75 Jahren ereignet hat: Über Lichtenberg erreichte die  Rote Armee das Stadtgebiet von Berlin, in Karlshorst wurde schließlich am 8. Mai die Kapitulation der Wehrmacht und des deutschen Reichs unterschrieben, die den grausamen Krieg zumindest in Europa beendete”, so Grunst weiter. “Und in Lichtenberg gab es vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten ein reges jüdisches Leben, gab es während des Krieges mutige Menschen, die Gefahren auf sich genommen haben, um jüdische Mitbürger zu verstecken. Aber es gab auch die vielen Deportationen, Erniedrigungen und Gewalt gegen Menschen – aufgrund ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft. Eine solche Entwürdigung von Menschen darf sich niemals wiederholen. Daher freuen wir uns als Bezirk so sehr, dass es Initiativen wie die des Fördervereins gibt, die das Erinnern an die Vergangenheit mit dem Feiern einer vielfältigen und toleranten Gegenwart verknüpfen.”

„Ich freue mich, dass jetzt, 75 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus, der Verein dieses Zeichen setzt“, sagt Björn Döring, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins. „Wir wollen an das jüdische Leben und die Menschen jüdischen Glaubens in Hohenschönhausen erinnern, an den Tod vieler von ihnen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern und an diejenigen, die sich mutig den Nazis widersetzten, um ihren jüdischen Nachbarn das Leben zu retten. Wir wollen erinnern und mahnen, damit sich das Grauen nie wiederholt. Wir wollen aber auch eine Brücke schlagen in das Hier und Jetzt und zeigen, was jüdisches Leben heute und wie das Mit-und Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen in Hohenschönhausen gelingt. Ich würde mich freuen, wenn so viele Menschen wie möglich, gemeinsam mit uns ein Zeichen für die Vielfalt in Hohenschönhausen setzen würde. Herzlichen Dank an die Historikerin Bärbel Ruben für die Recherche, an Angelika Reichmuth für den Text, an Ingo Colbow für die Produktion des Hörtextes, an Elke Weihusen für die Website und an das Museum Lichtenberg für das Fotomaterial“, schließt Björn Döring.

Der FOO konnte für seine 21. Hörstation auf umfangreiches Material zurückgreifen, dass der leider bereits verstorbene Historiker Thomas Friedrich zusammen mit anderen Autorinnen und Autoren bereits in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts zusammengetragen hatte. Friedrich initiierte auch den Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße und publizierte dazu mit Unterstützung des Fördervereins Schloß Hohenschönhausen e.V.

Hörenschönhausen

Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. hat Geschichten aus dem Gebiet rund um Obersee-und Orankesee zusammengetragen und mit der Hilfe von Experten daraus einen Hör-Rundgang mit 20 Stationen erstellt. Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst und Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V. haben den Rundgang im Dezember 2018 eröffnet. Das Projekt wurde aus dem Fonds zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin gefördert.

Die Hörstationen erzählen von der Gründung des Parks, vom Bau des Strandbades, der Zeit der sowjetischen Besatzung, über das frühere Wohngebiet der Stasi, über die Träume nach der Wende und die Umgestaltung des Parks sowie die Sanierung der Seen. Neben historischen Texten informiert der Rundgang über die Kunstwerke im Park, mit überraschenden Informationen zu ihren Schöpfern und über die Prinzessin Oranka. Der historische Bogen spannt sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Hörenschönhausen ist so konzipiert, dass weitere neue Hörstationen hinzukommen können. Die Hörstation zum jüdischen Leben in Hohenschönhausen ist die 21. Station, initiiert und finanziert durch den Förderverein Obersee & Orankesee e.V.

Zur Hörstation gelangen Sie hier.

Hörenschönhausen

Fotos zu freien Verwendung finden Sie hier. Bitte geben Sie das Copyright mit © Förderverein Obersee Orankesee e.V. an.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Nikola John

Telefon +49 (178) 248 3355

E-Mail: nikola-john@obersee-orankesee.de.

Das unten stehende Programm hatten wir vorgesehen, um die 21. Hörstation einzuweihen. Aufgrund der Beschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie können wir es leider nicht umsetzen. Aber es wird ein Zeitpunkt kommen, an dem wir alles nachholen. Nach und nach und nicht zu voreilig. Bleibt gesund.

Euer FOO-Team

10. Mai 2020 11 – 19 Uhr
Wasserturm Obersee-Orankesee-Park
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Am 10. Mai setzt der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. mit der Veranstaltung „Kulturen im Park – Ein Fest für die Vielfalt.“ ein Zeichen für ein friedliches und tolerantes Miteinander in Hohenschönhausen. In den Tagen des Gedenkens an den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai und die Bücherverbrennung am 10. Mai will der Verein mit Lesungen, Musik, Vorträgen und Essen aus dem Nahen Osten zeigen, wie wichtig der Dialog, die Erinnerung, der Respekt und die kulturelle Vielfalt sind.

Der Förderverein wird den erfolgreichen Hörrundgang „Hörenschönhausen“ um eine 21. Hörstation zur Geschichte der Synagoge und des jüdischen Lebens in Hohenschönhausen ergänzen.  Gemeinsam mit Michael Grunst, Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg ,weiht der Förderverein Obersee & Orankesee die neue Hörstation ein, die von Yael Nachson musikalisch begleitet wird.

Bei einem anschließenden Stolpersteinspaziergang, den die Historikerin Bärbel Ruben leitet, lesen Mitglieder des Fördervereins Auszüge aus der Lebensgeschichte jener jüdischen Bewohner, an deren Leben und Ermordung die Stolpersteine in Hohenschönhausen erinnern.
Die Spaziergänger erwartet dann am Eingang zum Park in der Waldowstraße die Brassband Ticvaniu Mare und begleitet sie musikalisch bis zum Wasserturm am Obersee. Dort wird die Historikerin Dr. Daniela Fuchs einen Vortrag über das Leben und Wirken des beliebten Hohenschönhausener Arztes Victor Aronstein halten.

Anschließend stellen Anja Reich & Yael Nachshon ihr Buch  „Getauschte Heimat“ vor – in einer bewegenden Mischung aus Lesung und Konzert singt Yael Nachshon auch Songs aus ihrem aktuellen Album „Close your eyes“.

„Ich freue mich, dass jetzt, 75 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus, der Verein dieses Zeichen setzt. Wir wollen an das jüdische Leben und die Menschen jüdischen Glaubens in Hohenschönhausen erinnern, an den Tod vieler von ihnen in den nazionalsozialistischen Konzentrationslagern und an diejenigen, die sich mutig den Nazis widersetzten, um ihren jüdischen Nachbarn das Leben zu retten. Wir wollen erinnern und mahnen, damit sich das Grauen nie wiederholt.Wir wollen aber auch eine Brücke schlagen in das Hier und Jetzt und zeigen, was jüdisches Leben heute und wie das Mit-und Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen in Hohenschönhausen gelingt. Ich würde mich freuen, wenn so viele Menschen wie möglich, gemeinsam mit uns ein Zeichen für die Vielfalt in Hohenschönhausen setzen würde“, sagte Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V.

Der Eintritt und die Teilnahme an der Einweihung der Hörstation und dem Spaziergang sind kostenlos. Der Förderverein bittet um Spenden, entweder auf das Vereinskonto oder direkt vor Ort.

Geplanter Ablauf
11:00 Uhr
Ort: Gedenkstein für die alte Synagoge
Einweihung der neuen Hörstation zur jüdischen Geschichte in Hohenschönhausen
Reden: Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V. und Michael Grunst, Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg
Musik: Yael Nachson

11:30 Uhr
Beginn des Stolperstein-Spaziergangs unter der Leitung von Bärbel Ruben, Lesung Lesung von Ausschnitten aus dem Leben von jüdischen Mitbürger*innen durch Mitglieder des FOO

12.30 Uhr
Brassband Ticvaniu Mare erwartet die Spaziergänger am Spielplatz am Obersee und begleitet bis zum Wasserturm

13:00 Uhr
Ankunft am Wassertum am Obersee – Speis und Trank und Begleitmusik

14 Uhr
Vortrag der Historikerin Dr. Daniela Fuchs zum Leben des jüdischen Arztes Victor Aronstein, der in Hohenschönhausen gelebt und gearbeitet hat und 1945 in Auschwitz kurz vor der Befreiung durch die Rote Armee gestorben ist.

15:00 Uhr
Konzert der Brass-Band Ticvaniu Mare

16:30 Uhr
Konzert und Lesung: Yael Nachshon & Anja Reich

Hintergrund
Anja Reich und Yael Nachshon
Als Anja Reich Berlin verlässt, um für zwei Jahre nach Tel Aviv zu gehen, lässt sie auch ihre Nachbarin Yael Nachshon Levin zurück. Die lebt erst seit kurzem in Berlin, und Tel Aviv ist ihre Heimat. Die beiden beschließen, sich zu schreiben: Über ihre Erfahrungen mit der getauschten Heimat, über das Fremde und das Vertraute, über Israel und Deutschland. Das heißt auch: Über Terror und Antisemitismus, über die Frage nach Sicherheit für die Familie und danach, was Heimat heute bedeutet. Ein beeindruckendes Gespräch in Briefen über zwei Länder, die vieles verbindet und für die der Dialog wichtig ist.
Anja Reich, geboren 1967 in Ostberlin, ist Israel-Korrespondentin der Berliner Zeitung und lebt mit ihrer Familie seit März 2018 in Tel Aviv. 2012 wurde sie mit dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet, 2017 mit dem Theodor-Wolff-Preiss.
Yael Nachshon Levin, geboren 1980 in Tel Aviv, studierte an der New School University of Music in New York und lebt seit 2016 als Sängerin und Komponistin in Berlin. Sie hat einen Musik-Kunst-Salon.

Balkan-Klezmer-Band Ticvaniu Mare
Ticvaniu Mare ist eine sechsköpfige Brassband aus Berlin, die sich aus Musikern mit unterschiedlichen Wurzeln und musikalischen Hintergründen zusammensetzt.
Die Musiker kommen aus Frankreich, Norwegen, Weißrussland, der Türkei und Deutschland und ihre Melodien spannen den Bogen von der Ukraine über Moldawien, Rumänien bis hin zu den Balkanregionen Serbien, Makedonien und Bulgarien – ihr vielseitiges Repertoire besteht aus traditionellen Roma-Songs und Jiddischen Liedern in einer einzigartigen Interpretation.

Hörenschönhausen
Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. hat Geschichten aus dem Gebiet rund um Obersee-und Orankesee zusammengetragen und mit der Hilfe von Experten daraus einen Hör-Rundgang mit 20 Stationen erstellt. Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst und Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V. haben den Rundgang im Dezember 2018 eröffnet. Das Projekt wurde aus dem Fonds zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin gefördert.
Die Hörstationen erzählen von der Gründung des Parks, vom Bau des Strandbades, der Zeit der sowjetischen Besatzung, über das frühere Wohngebiet der Stasi, über die Träume nach der Wende und die Umgestaltung des Parks sowie die Sanierung der Seen. Neben historischen Texten informiert der Rundgang über die Kunstwerke im Park, mit überraschenden Informationen zu ihren Schöpfern und über die Prinzessin Oranka. Der historische Bogen spannt sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.
Hörenschönhausen ist so konzipiert, dass weitere neue Hörstationen hinzukommen können. Die Hörstation zum jüdischen Leben in Hohenschönhausen ist die 21. Station, initiiert und finanziert durch den Förderverein Obersee & Orankesee e.V. Den Text erstellt die Historikern Angelika Reichmuth im Auftrag des Fördervereins.