1. Mai KULTUREN IM PARK

1. Mai, ab 14 Uhr, am Wasserturm am Obersee, Waldowstraße 20, Alt-Hohenschönhausen

Am 1. Mai lädt der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. zum fünften Mal zum Fest „Kulturen im Park. Ein Fest für die Vielfalt“ ein: mit Vorlesen aus Kinderbüchern, Musik aus den 20er Jahren, Tanzen zu schottisch-irischer Livemusik, Spielen, Poesie aus Bauchläden und Mitsingen mit dem OrankeChor. Es findet am Wasserturm am Obersee und auf den Wegen im Park bei freiem Eintritt statt.

Mit dem Fest setzt der Verein ein Zeichen für ein friedliches, tolerantes und demokratisches Miteinander in Lichtenberg.

Ab 14 Uhr können die Gäste ihre Decken ausbreiten. Um 15 Uhr eröffnen Martin Schaefer, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, und Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V., das Fest.

Eigentlich wollte der Verein am 1. Mai im Rahmen des Festes die neue Bücherbox am Obersee feierlich eröffnen, aber sie wurde Anfang April zum zweiten Mal mutwillig zerstört. Auf dem Fest wird der Förderverein mit den Gästen auch darüber diskutieren, wo und in welcher Form die Bücherbox wieder aufgebaut und wie gemeinsam das Risiko eines erneuten Anschlags minimiert werden kann.

Kinderbücherboxen

Den Ort, an dem die Bücherbox stand, wird der Verein am 1. Mai in einen Leseort für Kinder verwandeln, mit kleinen Lesetribünen und kleinen mobilen Bücherboxen. Mitglieder des Vereins laden Kinder und Familien auf eine literarische Reise in die Welt der Kinderbücher ein – Empfehlungen des Buchladens OrankeBuch in der Konrad-Wolf-Straße. Gäste werden gebeten, Kinderbücher für die mobilen Kinderbücherboxen mitzubringen, damit Kinder sie beim Fest entdecken und mitnehmen können. 

Klappstuhlkonzert: Die Daffkes und Musik der 20er Jahre 

Mit vier Stimmen und einem Klavier erzählen die Damen und Herren Daffke aus Leipzig Geschichten vom Leben. Sie stellen sich auf ihrer mobilen Barkas-Bühne den großen Fragen des Lebens. Ob mit den Melodien von Friedrich Hollaender, den kessen Vokalsätzen der Comedian Harmonists oder den sehnsuchtsvollen Chansons von Kurt Weill, die Daffkes sezieren die Sehnsüchte der 20er Jahre und finden überraschende Übereinstimmungen zu den Begierden des modernen Menschen. Wer mag, darf Klappstuhl und Klappstulle mitbringen. 

Ceilidh: Gemeinsam tanzen zu schottisch-irischer Livemusik

Einer der Höhepunkte beim Fest ist der Ceilidh: Die Band Nightlark lädt zum gemeinsamen Tanz zu live gespielter schottisch-irischer Musik ein. Vorkenntnisse sind beim Ceilidh nicht nötig, jeder Tanz wird vorher von der Band erklärt. Es gibt Tänze zu zweit, zu dritt, zu sechst, zu acht – für die ganze Wiese.

Poetische Bauchläden

Auch in diesem Jahr werden Vereinsmitglieder im Park rund um den Obersee Gedichte aus poetischen Bauchläden vortragen. Gäste dürfen poetische Lose ziehen und Vereinsmitglieder tragen ihnen die Gedichte direkt vor.

Mitsingen mit dem OrankeChor

Der OrankeChor wird musikalisch gemeinsam mit den Gästen ein Zeichen für ein friedliches Miteinander setzen. Das Motto in diesem Jahr ist die Liebe.
Die Veranstaltung wird vor allem aus Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins finanziert. Das Fest wird von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie dem Kiezfonds Hohenschönhausen/Lichtenberg unterstützt. 
Über Spenden würden wir uns sehr freuen.

Vielen Dank an alle!

 

 

 

Hintergrund

Bereits 2020 sollte das Fest stattfinden, aber durch die Corona-Pandemie konnten wir es damals nicht stattfinden lassen. Dennoch ist es uns gelungen, die 21. Hörstation unseres Hörrundgangs Hörenschönhausen gemeinsam mit Michael Grunst, Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg, zu veröffentlichen. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben:

Am Sonntag, den 10. Mai 2020, dem Jahrestag der Bücherverbrennung, hat der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. gemeinsam mit dem damaligen Bezirksbürgermeister Michael Grunst die Hörstation zum Jüdischen Leben in Hohenschönhausen an die Bürgerinnen und Bürger übergeben.

Die Hörstation ist eingebettet in den Audiorundgang www.hörenschönhausen.de, der in bisher 20 Stationen Geschichte und Geschichten rund um Obersee und Orankesee vermittelt, und ist Teil des Projektes „Kulturen im Park“, das zu den Jahrestagen der Befreiung vom Faschismus und dem Gedenken an die Bücherverbrennung am 10. Mai geplant war.  Das Fest musste wegen der Corona-Pandemie leider verschoben werden. Die Hörstation wurde am Sonntag mit einer Gedenkminute am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße eröffnet.

Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. setzt ein Zeichen für ein friedliches und tolerantes Miteinander in Hohenschönhausen. Am Wochenende des Gedenkens an den Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai (der in Russland am 9. Mai gefeiert wird) und an die Bücherverbrennung am 10. Mai wollte der Verein ursprünglich mit Lesungen, Musik, Vorträgen und Essen aus dem Nahen Osten zeigen, wie wichtig der Dialog, die Erinnerung, der Respekt voreinander, der vorbehaltlose Umgang miteinander und die kulturelle Vielfalt sind.

“Es ist ein wichtiges und starkes Zeichen, das hier aus der Bürgerschaft kommt”, sagte Michael Grunst. “Viele Orte und Namen in unserem Bezirk sind verbunden mit dem, was sich vor 75 Jahren ereignet hat: Über Lichtenberg erreichte die  Rote Armee das Stadtgebiet von Berlin, in Karlshorst wurde schließlich am 8. Mai die Kapitulation der Wehrmacht und des deutschen Reichs unterschrieben, die den grausamen Krieg zumindest in Europa beendete”, so Grunst weiter. “Und in Lichtenberg gab es vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten ein reges jüdisches Leben, gab es während des Krieges mutige Menschen, die Gefahren auf sich genommen haben, um jüdische Mitbürger zu verstecken. Aber es gab auch die vielen Deportationen, Erniedrigungen und Gewalt gegen Menschen – aufgrund ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft. Eine solche Entwürdigung von Menschen darf sich niemals wiederholen. Daher freuen wir uns als Bezirk so sehr, dass es Initiativen wie die des Fördervereins gibt, die das Erinnern an die Vergangenheit mit dem Feiern einer vielfältigen und toleranten Gegenwart verknüpfen.”

„Ich freue mich, dass jetzt, 75 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus, der Verein dieses Zeichen setzt“, sagt Björn Döring, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins. „Wir wollen an das jüdische Leben und die Menschen jüdischen Glaubens in Hohenschönhausen erinnern, an den Tod vieler von ihnen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern und an diejenigen, die sich mutig den Nazis widersetzten, um ihren jüdischen Nachbarn das Leben zu retten. Wir wollen erinnern und mahnen, damit sich das Grauen nie wiederholt. Wir wollen aber auch eine Brücke schlagen in das Hier und Jetzt und zeigen, was jüdisches Leben heute und wie das Mit-und Nebeneinander verschiedener Kulturen und Religionen in Hohenschönhausen gelingt. Ich würde mich freuen, wenn so viele Menschen wie möglich, gemeinsam mit uns ein Zeichen für die Vielfalt in Hohenschönhausen setzen würde. Herzlichen Dank an die Historikerin Bärbel Ruben für die Recherche, an Angelika Reichmuth für den Text, an Ingo Colbow für die Produktion des Hörtextes, an Elke Weihusen für die Website und an das Museum Lichtenberg für das Fotomaterial“, schließt Björn Döring.

Der FOO konnte für seine 21. Hörstation auf umfangreiches Material zurückgreifen, dass der leider bereits verstorbene Historiker Thomas Friedrich zusammen mit anderen Autorinnen und Autoren bereits in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts zusammengetragen hatte. Friedrich initiierte auch den Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße und publizierte dazu mit Unterstützung des Fördervereins Schloß Hohenschönhausen e.V.

Hörenschönhausen

Der Förderverein Obersee & Orankesee e.V. hat Geschichten aus dem Gebiet rund um Obersee-und Orankesee zusammengetragen und mit der Hilfe von Experten daraus einen Hör-Rundgang mit 20 Stationen erstellt. Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst und Björn Döring, Vorsitzender des Fördervereins Obersee & Orankesee e.V. haben den Rundgang im Dezember 2018 eröffnet. Das Projekt wurde aus dem Fonds zur Förderung zeitgeschichtlicher und erinnerungskultureller Projekte der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin gefördert.

Die Hörstationen erzählen von der Gründung des Parks, vom Bau des Strandbades, der Zeit der sowjetischen Besatzung, über das frühere Wohngebiet der Stasi, über die Träume nach der Wende und die Umgestaltung des Parks sowie die Sanierung der Seen. Neben historischen Texten informiert der Rundgang über die Kunstwerke im Park, mit überraschenden Informationen zu ihren Schöpfern und über die Prinzessin Oranka. Der historische Bogen spannt sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Hörenschönhausen ist so konzipiert, dass weitere neue Hörstationen hinzukommen können. Die Hörstation zum jüdischen Leben in Hohenschönhausen ist die 21. Station, initiiert und finanziert durch den Förderverein Obersee & Orankesee e.V.

Zur Hörstation gelangen Sie hier.

Hörenschönhausen

Fotos zu freien Verwendung finden Sie hier. Bitte geben Sie das Copyright mit © Förderverein Obersee Orankesee e.V. an.

 

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Nikola John

Telefon +49 (178) 248 3355

E-Mail: nikola-john@obersee-orankesee.de.